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In Helmstedt befand sich vom späten 16. bis in das 18. Jahrhundert eine der angesehensten und beliebtesten Universitäten des Alten Reiches. Renommiert war sie vor allem für Leistungen auf dem Gebiet des späthumanistischen Aristotelismus. Mit seiner Methodenlehre wurde der Aristotelismus zum Paradigma für Wissenschaftlichkeit und durchdrang die meisten in Helmstedt gelehrten Fächer. Der Schwerpunkt dieses Bandes liegt im späten 17. Jahrhundert, als das aristotelische Paradigma in die Auseinandersetzung mit neuen wissenschaftlichen Ansätzen geriet, die vor allem aus England und Frankreich rezipiert wurden. Dazu gehören der Cartesianismus, mechanistische und hermetische Philosophie und der Paracelsismus. Die Beitragenden nehmen einzelne Wissensgebiete oder Gelehrte in den Blick und verfolgen die Verteidigung oder Abwicklung des aristotelischen Paradigmas. Fragen wie die nach der Sterblichkeit der Seele, dem Ursprung des Lebens oder der Beschaffenheit der Materie erforderten immer wieder eine Positionierung gegenüber den einschlägigen Lehren des Aristoteles. Auch wenn in Helmstedt eine große Offenheit gegenüber neuen Ansätzen bestand, wirkte die Orientierung an Aristoteles auch im Untersuchungszeitraum akademisch prägend und identitätsstiftend.